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Erklärung zur Gedenkstätte der Sozialisten
Sonntag, 10. Dezember 2006 um 01:19 Uhr
In den letzten Tagen des November 2006 wurde im Gelände der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde unmittelbar gegenüber dem Denkmal mit dem Obelisken „Die Toten mahnen uns“ ein Stein aufgestellt, der am 11. Dezember eingeweiht werden soll. Er trägt die Aufschrift „Den Opfern des Stalinismus“.


Initiiert wurde diese Aktion vom Förderkreis Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiter-bewegung Berlin-Friedrichsfelde e.V., zu dessen Aufgaben es nach Walter Momper, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, entsprechend der Satzung des Förderkreises gehört, „beizutragen, dass ... auch die ideologische Inszenierung der Totenehrung an diesem Ort in der Zeit der DDR öffentlich diskutiert wird.“ In dieser Rede, die er im Januar 2006 zur Eröffnung einer Ausstellung in Friedrichsfelde hielt, spricht er von der Normalität unterschiedlicher Sichtweisen und Erfahrungen, die es zur Gedenkstätte und ihrer Bedeutung für die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung gibt und die es zu akzeptieren gilt.
Vom Kulturausschuß des Bezirkskparlaments Lichtenberg unter Leitung von Prof. Jürgen Hofmann, Linkspartei. PDS, wurde beschlossen, den Vorschlag des Förderkreises zu realisieren und im Rahmen einer  -  wie gesagt wurde -  Sanierung der Anlage ausführen zu lassen.

Mit der Aufstellung dieses Steins wird nach 106 Jahren, seitdem der Armenfriedhof im Osten Berlins mit der Beisetzung des revolutionären Sozialdemokraten Wilhelm Liebknecht am
12. August 1900 als Sozialistenfriedhof eine nationale und internationale Bedeutung erhielt, die offizielle bundesdeutsche Geschichtsschreibung an der Gedenkstätte durchgesetzt. Die Totenehrung wird angegriffen.  Für sie wird mit dem Begriff des Stalinismus eine Sichtweise vorgegeben, die von reaktionären und reformistischen Kräften zur Verteufelung des Sozialismus benutzt wird. Dieser politische Kampfbegriff, der die kapitalistische Restauration in den früheren sozialistischen Ländern begleitet, ist in seiner Kernaussage darauf gerichtet, die revolutionären Ideen und die revolutionären Aktionen der Arbeiter-bewegung, ob in Deutschland oder anderswo zu diskreditieren. Er dient dazu, die Sowjet-union und das faschistische Deutschland, Kommunismus und Faschismus gleichzusetzen.
Er hilft zu vertuschen, daß die Sowjetunion die Hauptlast des Kampfes gegen den Faschismus getragen und dabei die meisten Opfer gebracht hat.
Mit diesem Begriff werden auch die DDR und ihr gesellschaftliches System gleichgesetzt  mit der faschistischen Diktatur.
Er ist ein Instrument, mit dem in der Bundesrepublik und international der Antikommunis-mus in aggressiver Weise verbreitet wird.
                                            
Die Geschichte der Gedenkstätte der Sozialisten wird nach Wilhelm Liebknecht bis zur Novemberrevolution von den dort beigesetzten Mitgliedern der SPD-Führung geprägt. Dann kommen bis zum Januar 1919  die Kommunisten hinzu, angefangen von Erich Habersaath über die Angehörigen der Volksmarinedivision bis zu Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Leo Jogiches. Von den auf Befehl Eberts in diesen Tagen erschlagenen, erschossenen, ertränkten und erdrosselten Opfern werden 32 in Friedrichsfelde in der sogenannten Verbrecherecke beigesetzt. Es folgen Tausende Opfer der Noskezeit.
Ihnen allen wurde das von Mies van der Rohe entworfene und 1926 eingeweihte Revolutionsdenkmal gewidmet, das die Faschisten 1935 zerstörten.

Deutsche Kommunistische Partei

Bezirksvorstand Berlin